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Objektträger-basierte Zytometrie (Slide-based Cytometry SBC)

Bei einer Vielzahl von Tumoren im HNO-Bereich ist die Entnahme einer Biopsie nicht trivial (Glandula Parotis, Larynx). Hier bieten sich minimal-invasive Entnahmetechniken (Feinnadelpunktion, Abstrich) an; da bei diesen Proben keine Zellverbände, sondern Einzelzellen vorliegen, lassen sie auch keine histologische Untersuchung zu. Dies gilt für die Feinnadel-Aspirationsbiopsie gleichermaßen wie für die Exfoliativzytologie. Das daraus resultierende Manko des Fehlens von Information über das Verhalten der Zellen im Gewebsverband (z.B. Durchbrechen des Basalmembran, Infiltration von Lymphgefäßen) muß folglich durch eine desto detailliertere Analyse der Einzelzellen kompensiert werden. Als Standardverfahren für die multiparametrische Einzelzellanalyse gilt derzeit die Durchflußzytometrie (Flow Cytometry, FCM): mit Hilfe Fluoreszenz-konjugierter Nachweisverfahren können an Geräten der neuesten Bauart bis zu 13 verschiedene Parameter gleichzeitig quantitativ und objektiv bestimmt werden. Der entscheidende Nachteil der Durchflußzytometrie ist jedoch, daß die Morphologie der Zelle nicht im direkten mikroskopischen Bild beurteilt werden kann; hierfür stehen lediglich indirekte Parameter der Lichtstreuung ( forward und sideward scatter ) zur Verfügung. Selbst bei Geräten mit einer Vorrichtung zum Zellsortieren können die erhobenen Daten nicht einzelnen Zellen zugeordnet werden, sondern nur Zellpopulationen.

Vor diesem Hintergrund wurden mehrere Geräte entwickelt, die eine Objektträger-basierte Zytometrie ermöglichen. Bei diesen um ein mehr oder weniger modifiziertes Mikroskop konstruierten Geräten werden die Zellen nicht in Suspension gemessen, sondern auf einem Objektträger. Das erlaubt zwar nicht die hohen Meßgeschwindigkeiten der Durchflußzytometrie; dafür aber können die Meßwerte eines jeden einzelnen Meßereignisses anhand der x- und y-Koordinaten auf dem Objektträger einzelnen Objekten zugeordnet werden. Außerdem gehen die Zellen, wenn sie einmal auf dem Objektträger immobilisiert wurden, nicht verloren, sondern stehen für weitere Messungen zur Verfügung. Die Objektträger können nach Durchführung der Messungen auch mit konventionellen Färbungen behandelt werden und dann wie gewöhnliche Zytopräparate gelagert werden. Die Existenz eines morphologischen Korrelats zu einer Zahlenkolonne von Meßwerten ist besonders in klinischen Proben wichtig, vor allem wenn auf dieser Grundlage therapeutische Entscheidungen getroffen werden sollen.