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Klinisch-Praktische Informationen 9, 1 (2001)

aus der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke
Bonn-Venusberg

(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)

Die Spiral-Computertomographie in der Nachsorge von Kopf-Hals-Karzinomen

Situation: Die onkologische Nachsorge von Patienten mit Karzinomen im Kopf-Hals-Bereich nach ausgedehnter operativer und/oder strahlentherapeutischer Behandlung gestaltet sich oft nicht nur in der klinischen Beurteilung problematisch. Schwierigkeiten bestehen auch in der bildgebenden Diagnostik. Häufig ist die Differenzierung zwischen Rezidivtumor und posttherapeutischen entzündlichen oder narbigen Veränderungen schwierig oder unmöglich. Die Wertigkeit der seit 1997 bei unseren Tumorpatienten in der Nachsorge eingesetzten Spiral-Computertomographie (S-CT) in der Diagnostik von lokalen Tumorrezidiven sollte daher evaluiert und morphologische Kriterien zur möglichen Dignitätsabwägung von klinisch auffällig gewordenen Befunden überprüft werden.

Patienten und Methoden: Aus einem Gesamtkollektiv von 350 Patienten der laufenden Tumornachsorge erfolgte retrospektiv die Auswertung aller als tumorsuspekt beurteilten S-CT-Untersuchungen (n=44) durch zwei Radiologen im Konsensusverfahren. Eingang in die Untersuchung fanden ausschließlich klinisch verdächtige Befunde ohne Berücksichtigung von klinisch und radiologisch sicheren Lymphknotenmetastasen im Bereich der ehemaligen Tumorerkrankung. Es wurde eine morphologische Charakterisierung der Befunde und eine Dignitätsbeurteilung durchgeführt und diese mit dem klinischen Aspekt und dem histopathologischen Befund korreliert. Hierzu wurden bei allen Patienten mit einem radiologischerseits geäußerten Tumorverdacht Biopsien aus suspekten Gewebebereichen entnommen.

Ergebnisse: Insgesamt wurde bei 25 der 44 radiologisch als tumorsuspekt gewerteten Patienten ein Tumorrezidiv histologisch gesichert. Die Spezifität der S-CT in diesem präselektionierten Patientengut für ein Rezidiv betrug 83,3 %, die Treffsicherheit 93,5 %, wobei 13/44 (29,5 %) Befunde in ihrer Dignität nicht eindeutig eingestuft werden konnten. Bei den 25 histologisch gesicherten Rezidiven waren als bildgebend-morphologische Kriterien pathologische Kontrastmittelaufnahmen (96 %), Volumenvermehrungen (92 %) und bzw. inhomogene Binnenstrukturen am häufigsten gesichert worden. Die Kriterien Kontrastmittelaufnahme und Volumenvermehrung waren bei Nicht-Rezidiven signifikant seltener zu registrieren.

Schlußfolgerungen: Die bekannten bildgebend-morphologischen Merkmale Kontrastmittel-aufnahme und Volumenvermehrung zeigen bei der S-CT eine hohe Sensitivität bei geringer Spezifität in der Rezidivdiagnostik von Kopf-Hals-Karzinomen sowohl in den Bereichen des ehemaligen Primärtumors wie auch der metastatischen Absiedlungen.

Schaible R, Hortling N, Stein M, Kreft B.:
Spiral-Computertomographie in der Nachsorge von Kopf-Hals-Karzinomen: Überprüfung von Kriterien zur lokalen Rezidivdiagnostik. Laryngo-Rhino-Otologie. In Vorbereitung