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Klinisch-Praktische Informationen 4, 1 (1999)

Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke der Universität Bonn
Bonn-Venusberg

(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)

Registrierung und Analyse von Atemgeräuschen bei Patienten mit Verdacht auf Schlafapnoesyndrom

Zur Erfassung von Apnoezuständen im Rahmen der Diagnostik eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms werden im Schlaflabor der Universitäts-HNO-Klinik Blutsauerstoffsättigung, Pulsrate, EKG, Körperlage, oronasaler Atemfluß sowie thorakale und abdominale Atemexkursion registriert. Aus diesen Meßgrößen werden Anzahl und Ausmaß von Apnoezuständen ermittelt, wobei zwischen obstruktiven und zentralen Apnoe- / Hypopnoe-Phasen unterschieden wird. Die oben genannten Parameter geben aber über den Kollaps- bzw. Stenoseort der Luftwege keinen Aufschluß. Diese Topodiagnostik ist aber von entscheidender Bedeutung, um ggf. eine geeignete operative Therapie auswählen zu können.

Aus Überlegungen zur Strömungsdynamik der Atemluft läßt sich ableiten, daß durch unterschiedliche Verengungen im Bereich der oberen Atemwege Geräusche mit jeweils charakteristischen akustischen Merkmalen entstehen. Die Aufzeichnung und Analyse dieser Atemgeräusche ist als mögliches nichtinvasives Verfahren zur Topodiagnostik für den Einsatz in der klinischen Routine bislang zu zeitaufwendig und gilt darüber hinaus als noch nicht ausgereift.

An der hiesigen Klinik wurde ein System entwickelt, das eine computergestützte Analyse der während der gesamten Nacht aufgezeichneten und in digitaler Form gespeicherten Atemgeräusche ermöglicht. Zur Beurteilung der akustischen Ereignisse können diese direkt vom PC ausschnittsweise abgespielt und graphisch in Form eines Frequenzspektrogramms dargestellt werden. Zusätzlich wurde ein Algorithmus entwickelt, mit dem die Atem- bzw. Schnarchgeräusche aus der kontinuierlichen Aufzeichnung herausgefiltert werden können. Eine Korrelationsanalyse vergleicht die jeweils aus den Schnarchgeräuschen ermittelten Frequenzspektren und teilt sie in Gruppen ein. Eine erhebliche Reduktion der zu bewertenden Datenmenge wird dadurch erzielt, daß die Frequenzspektren durch bestimmte Parameter beschrieben werden.

Das Ergebnis dieser automatisierten Analyse kann als repräsentativ für die gesamte Untersuchungsdauer angesehen werden und ist nicht stichprobenorientiert. Bislang wurde die Atemgeräuschanalyse bei 53 Patienten mit Verdacht auf Schlafatmungsstörungen durchgeführt. Die Ergebnisse, über die in Kürze ausführlich berichtet wird, deuten darauf hin, daß die Analyse der Schnarchgeräusche eine Topodiagnostik der Entstehungsbereiche erlaubt, wobei zwischen velarer, oropharyngealer bzw. hypopharyngealer Generierung unterschieden werden kann.

J. Pesch, R. Rödel:
Frequenzanalyse von Schnarchgeräuschen bei Schlafapnoesyndrom, in Vorbereitung.