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(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)
Entscheidende Grundvoraussetzung für eine reproduzierbare Olfaktometrie ist ein Angebot genauer und konstanter Molekülmengen im Reizvolumen. Daher haben wir in den eigenen Arbeitsgruppen schon 1975 die Inspiration über Schlauchzuleitungen zur Nase aus dem Head space, d. h. aus dem in Flaschen abgeschlossenen Gasraum über definierten Riechstofflösungen, beschrieben und empfohlen (sog. sniff bottle-Technik). In letzter Zeit werden nun Verfahren zur subjektiven Olfaktometrie diskutiert, bei denen riechstoffgetränkte Stifte oder Fließpapierstreifen dem Prüfling vorgehalten werden, wobei durch Abstand zur Nase und durch freie Diffusion in die Umgebungsluft Verdünnungseffekte nicht auszuschließen sind. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Organische Chemie und Biochemie der Universität Bonn wurden nun gaschromatographisch Head space-Analysen von Duftstoffzubereitungen vorgenommen.
Aus dem geschlossenen Gasraum der Prüflösung in Konzentrationen von 0.1, 1, 10 und 10 mmol Eucalyptol erfolgte die Entnahme der Duftstoffmoleküle mit Hilfe der Festphasenmikroextraktionstechnik, bei der die Duftstoffe an speziell beschichteten Glasfasern adsorbiert werden. Die qualitatitive und quantitative Bestimmung erfolgte durch Eingabe der Probe in einen mit einem Massenspektrometer gekoppelten Gaschromatographen. Die Messungen an der Verdünnungsreihe wurden an vier verschiedenen Tagen in Abständen von einer Woche wiederholt.
Nach massenspektrometrischer Identifikation der Substanz zeigten die gemessenen Mittelwerte der Duftstoffkonzentrationen einen linearen Zusammenhang mit den molaren Konzentrationen der angesetzten Verdünnungsreihe (Korrelationskoeffizient r = 0.999, Signifikanzniveau < 0.001). Die Streubreite der Meßwerte lag unter 1 %.
Die Ergebnisse der gaschromatographischen Untersuchungen zeigen, daß für die subjektive Olfaktometrie mit Hilfe der sniff bottle-Technik die Voraussetzungen gegeben ist, reproduzierbar eine definierte Molekülzahl ohne Diffusionsverlust über Schlauchzuleitung zur Reizgebung anzubieten. Diese Methode zeichnet sich durch Konstanz und Reproduzierbarkeit ihrer Ergebnisse aus und ist zur quantitativen Olfaktometrie ohne Einschränkung geeignet, was für die Klinik (Verlaufsbeobachtungen, prä- und postoperative Kontrollen etc.) unerläßlich ist. Wie weit die oben angedeuteten Verfahren vergleichbare Aussagekraft besitzen, werden weitere Untersuchungen zeigen.
R. Rödel, I. Schnitzler, C. Herberhold: Gaschromatographische Messungen von Duftstoffkonzentrationen bei subjektiver Olfaktometrie. In Vorbereitung.