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(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)
Tumordiagnostik und -therapie erfordern eine umfangreiche und effiziente Erfassung und Auswertung der multiplen Erkrankungsparameter. Dies ist unter Aspekten der Dokumentationspräzision und Datenverfügbarkeit nur mit Hilfe der EDV möglich. Deshalb wurde an der Universitäts-HNO-Klinik Bonn ein Datenbank- und Statistikprogramm für Tumorerkrankungen in Eigenentwicklung erstellt, da kommerziell erhältliche Datenbankprogramme den Anforderungen nicht genügen und zudem Weiterentwicklungen nur sehr erschwert möglich machen. Die schon bestehende umfangreiche EDV-Infrastruktur der HNO-Klinik mit einem ständig weiterentwickelten eigenen Informationssystem auf Datenbankbasis bot geeignete Voraussetzungen, ein solches Tumorprogramm hier zu integrieren. Module des Tumorprogramms wurden auf der leistungsfähigen Datenbank des HNO-Informationssystems aufgebaut und nutzen unmittelbar die Patientendaten des Informationssystems mit.
Im einzelnen werden Daten des Tumors (Sitz, Histologie, Grading etc.) sowie Reaktionszeichen des Organismus (Karofski-Index, Immunmorphologie etc.) und der Behandlungsverlauf erfasst und dokumentiert. Die Einteilungsstufen sind zum Teil durch die TNM-Klassifikation vorgegeben; für weitere Einteilungen z.B. bei den Lebensgewohnheiten wurden für die spätere Auswertung sinnvolle und die Eingabearbeit erleichternde Abstufungen gewählt. Für jede Tumorlokalisation wird eine spezielle Grafikseite angeboten, auf deren vorgefertigten Skizzen mausgesteuert der Erkrankungsbereich farbig markiert werden kann. Auch die grafischen Eingaben können statistisch ausgewertet werden.
Die Bonner HNO-Klinik registriert jährlich ca. 200 Karzinomneuzugänge. Um allen Varianten und statistischen Auswertungsregeln der Tumorerkrankungen der Kopf-Hals-Region zu genügen, ist eine Kooperation mit den Universitäts-HNO-Kliniken Kiel, Würzburg und München (LMU) aufgebaut worden. Die Datensumme der vier Kliniken erreicht nun ca. 1000 Neuzugänge an Karzinomen im Jahr. Auf diese Weise können neben epidemiologischen und diagnostischen Daten insbesondere Therapiestudien betrieben werden, die statistischen Anforderungen genügen.