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(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)
Für die Festlegung operativer Therapiekonzeptionen bei Patienten mit Kopf- Hals- Karzinomen und ausgedehnter cervicaler Metastasierung ist eine genaue Kenntnis über atopographischen und funktionellen Beziehungen des Tumors bzw. seiner Metastasen zur A. carotis unerlässlich. Bei Verdacht auf Tumorinfiltration oder Ummauerung der A. carotis communis oder interna muss insbesondere die funktionelle Auswirkung einer möglichen Gefäßabsetzung auf die zerebrale Blutperfusion geprüft werden. Zur Beurteilung der Effizienz kollateraler Hirndurchblutung über den Circulus arteriosus Willisii wird ein interdisziplinäres Untersuchungsprotokoll eingesetzt.
Die A. carotis communis und oder interna wird mit Hilfe eines intravasalen Ballonkatheters kurzzeitig okkludiert. Zur Sicherung einer umfassenden Aussage über die reale zerebrovaskuläre Reservekapazität wird gleichzeitig über eine intravenöse Azetazolamid-Gabe eine metabolische Belastungssituation simuliert. Unter EEG-Überwachung, transkranieller Dopplersonographie der Fließgeschwindigkeit in der A. cerebri media und unter Einsatz einer zerebralen Szintigraphie erfolgt die Messung der zentralen Perfusions und ihrer metabolischen und funktionellen Kapazität.
Anhand der Ergebnisse von über 60 Patienten ist erkennbar, dass bei übereinstimmenden Resultaten der einzelnen Parameter das funktionelle Risiko einer intraoperativ erforderlichen Karotisresektion bestimmbar ist. Die zuverlässigsten Aussagen im Vergleich zu den realen postoperativen Resultaten erlaubten die Ergebnisse der Kombination der Azetazolamid-Belastung und der gleichzeitigen EEG-Überwachung.
Diese bereits präoperativ verf-ugbaren Ergebnisse spielen bei der Planung der Operationskonzeption, im Aufklärungsgespräch mit dem Patienten und wmesslich bei der chirurgischen Ausführung eine bedeutende Rolle. Es lässt sich zuverlässig entscheiden, wann die A. carotis ohne funktionelle Folgen abgesetzt werden kann oder wann ein prothetischer Ersatz nötig ist.