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(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)
Die klinisch praktische Vestibularisdiagnostik beruht auf den bekannten Verfahren wie Prüfung des Provokationsnystagmus (Frenzel-Brille), kalorisch experimentelle Prüfung, Dreh- bzw. Pendelprüfung unter elektronystagmographischer Ableitung sowie Photoelektronystagmographie. Die Prüfung der Statomotorik ist eine wesentliche Ergänzungsuntersuchung, deren Ergebnisse seit einigen Jahren durch die Posturographie metrisch erfaßt werden können. Die Bewegungen des Körperschwerpunktes werden von einer Meßplattform registriert und von einem Rechner ausgewertet, die Darstellung der Körperschwerpunktsbewegungen erfolgt in einem zweidimensionalen Koordinatensystem (s. Abbildungen).
Bislang waren die registrierten Kurven in ihrer Interpretation diskussionsbedürftig. Deshalb wurden eigene Untersuchungen angestellt, wobei die zweidimensionale Aufzeichnung der Schwankungsamplituden einer computerunterstützten Auswertung der registrierten Wegkonvolute nach Fläche, Winkel und Abstand zum Nullpunkt zugeführt wurden. Es lassen sich so Grenzwerte erkennen, die zusammen mit den Ergebnissen der kalorischen Prüfung zwischen peripheren und zentralen Störungen differenzieren lassen.
Beim Seitenvergleich der Ergebnisse von Patienten mit peripherer Pathologie geben die Winkel zwischen richtungsbestimmter Verlagerung des Konvolutsmittelpunktes und Ordinate einen Hinweis für die funktionsgestörte Seite, der Patient "fällt" gewissermaßen in das kranke Ohr. gleichzeitig ist die resultierende fläche der Körperschwerpunktsschwankungen signifikant größer (> 200 mm²) als bei Patienten mit seitengleicher kalorischer Erregbarkeit und bei Normalpersonen.
Patienten mit zentral vestibulärer Störung zeigen keine richtungsbestimmten Verlagerungen des Körperschwerpunktes bei gleichzeitig großen resultierenden Flächen der Schwankungskonvolute.