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(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)
Methode: Die videofluoroskopische Darstellung des Schluckaktes von 101 Patienten mit Dysphagie (n = 55) und Globus pharyngis (n = 46) wurde nach standardisierten Analysekriterien beurteilt. Der Altersgipfel der untersuchten Patienten lag im fünften Lebensjahrzehnt, wobei das weibliche Geschlecht überwog (m:w = 1: 1,5). Die videofluoroskopische Untersuchung selbst beinhaltet jeweils drei laterale Projektionen, zwei posterior-anteriore Projektionen im Stehen sowie je eine Sequenz in Rückenlage und in rechts anterior-obliquer (RAO)-Bauchlage mit Kopftieflage. Als Kontrastmittel dient eine Bariumsulfatsuspension (Micropaque flüssig(r)) oder bei Aspirationsanamnese ein wasserlösliches, jodhaltiges Präparat (Telebrix Gastro(r)). Bei konkreter Festkörperdysphagie werden unterschiedlicher Boluskonsistenzen angeboten. Die Analyse des Filmmaterials fahndet mit einer Bildfrequenz von 50/s nach rein morphologischen Auffälligkeiten und Veränderungen sequentieller Bewegungsabläufe. Diese Daten wurden mit den klinischen und endoskopischen Diagnosen verglichen.
Ergebnisse: Bei 87% der Patienten mit Dysphagie und bei 74% der Patienten mit Globus pharyngis ergab sich ein auffälliger Untersuchungsbefund in der Videofluoroskopie, wobei funktionelle Störungen gegenüber morphologischen Veränderungen signifikant überwogen. Im Vordergrund steht hierbei die Dysfunktion des oberen Ösophagussphinkters, die sich als krikopharyngeale Achalasie mit und ohne Zenkersches Divertikel präsentieren kann. In Kombination mit einer zusätzlichen Ösophagogastroskopie ließ sich bei insgesamt 95% der symptomatischen Patienten in beiden Gruppen ein pathologischer Befund erheben. Eindeutige Korrelationen ergaben sich in beiden Gruppen zwischen Sphinkterdyskinesien, Zenkerdivertikel, gastroösophagealem Reflux und Gastritis.
Konklusion: Die Videofluoroskopie ist bei der Differentialdiagnostik von Dysphagie und Globus unverzichtbar. Ihr hoher diagnostischer Ertrag wird durch den großen Anteil der sonst weniger deutlich hervortretenden funktionellen Alterationen des Schluckaktes erklärt, die den dynamischen Aspekt der Videofluoroskopie dokumentieren. Im Hinblick auf eine extrapharyngeale Symptomentstehung sollte sie jedoch für die Erfassung pathologischer Befunde vor allem bei Globuspatienten durch eine gastroenterologische Untersuchung ergänzt werden.