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Klinisch-Praktische Informationen 6, 1 (1994)

Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke der Universität Bonn
Bonn-Venusberg

(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)

EDV-unterstützte Messdatenspeicherung und Ablauforganisation in Ambulanz und Funktionsdiagnostik: Diagnostik-Informationssystem

Mit zunehmender Verbreitung von EDV-Arbeitsplätzen in Klinikbereichen wird eine wachsende Zahl von Systemen zur Unterstützung der klinischen Organisation entwickelt. Das Spektrum reicht von kleinen Anwendungen, wie z.B. eng umgrenzten Datenbanken, die oft vom Klinikpersonal selbst programmiert werden, bis hin zu den noch selten installierten, die gesamte Klinik einbeziehenden Großinformationssystemen. Zur EDV-Ausstattung der Neubaumaßnahme "HNO-Funktionsdiagnostik" (1989) wurde ein System mittlerer Größenordnung initiiert.

Mangels kommerzieller, den speziellen Anforderungen gerecht werdender Systeme wurde in der Univ.-HNO-Klinik Bonn ein EDV-Konzept selbst erarbeitet, das die vielfältigen organisatorischen Elemente und Abläufe im klinisch-diagnostischen Bereich in einem System zusammenfasst (1). Das System organisiert seit Anfang 1991 den Informations-, Daten- und Patientenfluss zunächst im Ambulanzdienst. Benutzeroberfläche und Funktionalität wurden nach ergonomischen Prinzipien gestaltet, um eine möglichst hohe Transparenz und Benutzerfreundlichkeit zu erzielen (2). Eine dynamische Aktualisierung und Visualisierung aller Systeminformationen wurde angestrebt (Online-System). Die laufende Software ist flexibel strukturiert und auf andere Anwendungsbereiche übertragbar.

Nach Anmeldung der Patienten gelangen die Patienteneinträge in eine Bildschirmliste, aus der der untersuchende Arzt seinen Patienten auswählt. Zugehörige Messdaten aus ggf. bereits gespeicherten früheren Untersuchungen sind über ein Datenbankmenü als Farbgraphiken verfügbar. Nach der Eingangsuntersuchung gibt der Arzt am Bildschirm die durchzuführenden funktionsdiagnostischen Untersuchungen ein. Daraufhin wird der Patienteneintrag in die Wartelisten der Bereiche übernommen, in denen Untersuchungen angefordert wurden (Audiometrie, Chemosensorik, Vestibularis, etc.). Die dynamisch aktualisierten Wartelisten erscheinen auf den Informationssystem-Bildschinnen der Personal-Computer an jedem der 19 Untersuchungsplätze. Angeforderte Untersuchungen, Begleitinformationen zur Anforderung, relevante Patientendaten, momentaner Untersuchungsstand und Patientenreihenfolge sind kompakt und übersichtlich in den Wartelisten dargestellt. Messdaten aus früheren Untersuchungen des Patienten sind auch hier sofort einsehbar.

Zur Untersuchung wird der Patient aus der Bildschirmliste des jeweiligen Untersuchungsplatzes abgerufen, worauf eine EDV-gesteuerte Anzeige den Weg weist. Die Untersuchungsergebnisse werden in der Datenbank abgelegt sowie über das EDV-Netzwerk auf den Laserdrucker des anfordernden Arztes ausgegeben. Art und Anzahl der Untersuchungen können zur weiteren Nutzung (Leistungserfassung) über EDV-Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden. Zusätzliche Systemmodule sind Archiv-Führung, OP-Dokumentation, Arztbriefe, sowie z.Zt. in der Realisierung Stationsorganisation und Apothekenbestellung. Patient und Klinikpersonal profitieren von dem Informationssystem, das über die Datenspeicherung hinaus als umfassende, schnelle und aktuelle Informationsquelle genutzt werden kann.

Reucher H., Rödel R., Herberhold C.:
"Diagnostik-Informationssystem: On-Line-Medium zur Kommunikation, Patientenführung und Messdatenarchivierung am Beispiel der Univ.-HNO-Klinik Bonn", Biomed. Techn. 37 Suppl. (1992), pp. 115-116.
Reucher H.:
"Ergonomische Elemente im Konzept eines Diagnostik-Informationssystems", Biomed. Techn. 37 Suppl. (1992), pp. 117-118.