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(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)
Hintergrund: Etwa 65 % aller gutartigen Speicheldrüsentumoren sind Adenome, am häufigsten pleomorphe Adenome. Lichtmikroskopisch unterscheidet man vorwiegend mesenchymal und vorwiegend epithelial differenzierte Gewebeabschnitte. Die Rezidivhäufigkeit nach operativer Tumorentfernung liegt zwischen 3% und 7%, wobei als eine Ursache die intraoperative Verschleppung von Tumoranteilen gilt. Die operative Therapie eines Rezidivtumors ist mit einer erhöhten Gefahr für den N. facialis verbunden. Darüberhinaus steigt mit zunehmender Rezidivhäufigkeft die Gefahr der malignen Entartung. Mit Hilfe der immunhistochemischen Anfärbung des Proliferationsmarkers MIB1 (markiert proliferierende Zellen, nicht aber Zellen in der Ruhephase des Zellzyklus) wurde untersucht, welche der genannten Gewebeabschnitte im Falle einer intraoperativen Tumorzellverschleppung in den umgebenden Operationssitus für eine Rezidiventstehung verantwortlich gemacht werden kann.
Material und Methoden: Bei 12 Adenomen (10 Parotisadenome, 2 Submandibularisadenome) wurde nach Routinefärbungen (HE-, PAS- und Versilberung nach Gordon Sweet) immunhistochemisch das zellproliferationassoziierte nukleäre Antigen (Ki-67 Antigen) mit dem monoklonalen Antikörpern MIB1 gefärbt. Vergleichend wurde bei 18 Rezidivadenomen aus den Beständen der Pathologie in gleicher Weise verfahren (15 Parotis-, 3 Submandibularisadenome). Der Proliferationsindex (MIB1-positive Zellen pro 100 Tumorzellen) wurde ausgezählt. Eppthelzellreiche/stromaarme und epithelzellarrne/stromareiche Tumorkomponenten wurden getrennt ausgewertet.
Ergebnisse: Der Mittelwert [x] der Proliferationsindices der epithelial differenzierten Abschnitte betrug in der Rezidivgruppe 4,67 (Standardabweichung [SD] = 3,14), in der Gruppe ohne Rezidiv x = 2,34 (SD: 1,83). Der Unterschied in den Mittelwerten war signifikant (p = 0,028). Für die mesenchymal differenzierten Abschnitte ergaben sich in der Rezidivgruppe Werte von x = 0,33 (SD = 0,59), in der anderen Gruppe 0,17 (SD = 0,39). Es bestand kein signifikanter Unterschied im Vergleich der Mittelwerte (p = 0,602). Die epithelial differenzierten Abschnitte zeigten gegenüber den mesenchymal differenzierten Abschnitten einen signifikant höheren Proliferationsindex.
Folgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass die vorwiegend epithelial differenzierten Gewebeabschnitte im Falle einer intraoperativen Tumorzellverschleppung für die Rezidventstehung verantwortlich zu machen sind, da hier eine signifikant höhere Proliferation im Vergleich zu den vorwiegend mesenchymal differenzierten Abschnitten vorliegt. Die im mesenchymalen Gewebe eingebetteten Zellen befinden sich überwiegend in der Ruhephase des Zellzyklus.