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Klinisch-Praktische Informationen 5, 7 (1998)

Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke der Universität Bonn
Bonn-Venusberg

(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)

Rekonstruktion gerüstfreier Nasensepten mit konserviertem homologem Rippenknorpel

Nach submuköser Septumresektion nach Kilian ist häufig eine Nachfolgeoperation erforderlich. Dabei zeigt sich, daß ein zwar gerades, aber gerüstfreies Septum den biologischen Anforderungen der Atmung und Luftkonditionierung häufig nicht entspricht. Folge der submukösen Septumresektion sind häufig Atrophien der Schleimhäute bis hin zur Septumperforation, die aerodynamisch Turbulenzen und damit Widerstandserhöhung der Nasenatmung bedingen.

Steht bei der Revisions-Septumplastik nicht ausreichend autologer Septumknorpel zum Wiederaufbau des Gerüstes zur Verfügung, implantieren wir unabhängig von der Indikation zur Spaneinsetzung in die leere Schleimhauttasche Querscheiben Merthiolat-gelagerten homologen Rippenknorpels. Die Scheiben sind etwa 1 - 2 mm dick und liegen teils überlappend, teils Stoß an Stoß nebeneinander. Die Querscheiben können in ihrer Position durch Fibrinkleber und Matratzennähte fixiert werden. Bei Septumperforationen verwenden wir neben der beschriebenen Technik der Gerüstrekonstruktion verschiedene Schleimhautlappen in Abhängigkeit von der Größe und der Lage der Perforation.

In einem Nachbeobachtungszeitraum von mehr als 8 Jahren sind die konservierten homologen Rippenknorpelscheiben radiologisch nachweisbar, ohne daß sich Zeichen einer Resorption finden lassen. Histologische Untersuchungen zeigen, daß die implantierten Knorpelscheiben wie auch das umgebende Gewebe keine Hinweise für Abbau- oder Umbauvorgänge bzw. Resorption des Knorpels zeigen. Vielmehr ist histologisch eine Regeneration der Septumschleimhaut mit neuem Drüsenbesatz nachweisbar. Eine Infektion oder Abstoßungsreaktion trat bei insgesamt 40 nachuntersuchten Patienten nur in zwei Fällen auf. Bei allen Patienten kam es zu einer subjektiv angegebenen und objektivierbaren deutlichen Verbesserung der Nasenventilation sowie - und das ist das Bedeutende - zu einer Regeneration der zuvor atrophischen Schleimhaut mit neuer Durchblutung und neuem Drüsenbesatz.

Aufgrund unserer Erfahrungen halten wir die Rekonstruktion des Septumgerüstes bei fehlendem autologem Material mit Querscheiben Merthiolat-gelagerten homologen Rippenknorpels für eine effektive und den Patienten nicht belastende Technik.

nach: H.-J. Straehler-Pohl, C. Herberhold, T. Krick, Summer Meeting of The Joseph Society, Bonn 12. - 14. Juni 1998.