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Klinisch-Praktische Informationen 7, 7 (1999)

Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke der Universität Bonn
Bonn-Venusberg

(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)

Erste Ergebnisse der Frequenzanalyse von Schnarchgeräuschen bei Schlafapnoesyndrom

Auf die besondere Bedeutung der Topodiagnostik des Kollaps- bzw. Stenoseortes der Atemwege im Rahmen der Diagnostik des Schlafapnoesyndroms ist bereits in den klinisch-praktischen Informationen (1/1999) hingewiesen worden. Weiterhin wurde dort über Grundlagen und Methodik eines an der HNO-Uni-Klinik Bonn speziell für diese Fragestellung entwickelten Systems zur Registrierung und Analyse von Schnarchgeräuschen berichtet. Hier werden die ersten Ergebnisse und Konsequenzen der Frequenzanalyse vorgestellt.

Begleitend zum routinemäßig durchgeführten Schlafapnoe-Monitoring wurden bei 76 Patienten mit Verdacht auf Schlafatmungsstörungen die Atem- bzw. Schnarchgeräusche während der gesamten Nacht aufgezeichnet und mit dem bereits beschriebenen Auswerteverfahren analysiert.

Die registrierten Schnarchgeräusche lassen sich anhand ihrer Frequenzmuster in 3 Klassen einteilen (Typ 1 - 3, s. Abb.1). Auf Grund von vergleichenden Messungen an Probanden lassen sich die einzelnen Geräuschtypen verschiedenen Bereichen der oberen Atemwege zuordnen (Abb. 1). Typ 1 wird durch Schwingungen des Velums bei Nasenatmung erzeugt. Typ 2 entsteht ebenfalls durch velare Schwingungen, jedoch bei Mundatmung. Typ 3 wird durch Oszillationen an Engstellen zwischen dem Zungengrund und den Oropharynxwänden hervorgerufen. Die statistische Auswertung zeigt einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem bei den Patienten jeweils dominierenden Frequenztyp und dem im Rahmen des Schlafapnoe-Monitoring ermittelten Apnoe-/Hypopnoe-Index (p < 0.0001, ξ²-Test) (s. Abb.2). Diese Ergebnisse demonstrieren, daß die Analyse der nächtlichen Schnarchgeräusche eine nichtinvasive klinische Methode zur Topodiagnostik ihrer Enstehungsbereiche darstellt und eine Unterscheidung zwischen habituellem und pathologischem Schnarchen ermöglicht. Die Geräuschanalyse ist weitgehend automatisiert und wird bereits routinemäßig im Schlaflabor der HNO-Uni-Klinik eingesetzt.

Abb. 1: Klassizifierung der Schnarchgeräusche anhand ihres Frequenzspektrums und Zuordnung ihrer Entstehungsbereiche

Abb. 2: Zusammenhang zwischen Frequenztyp und Apnoe- / Hypopnoe-Index
(p < 0.0001, ξ²-Test, n=76).

Pesch, J., Rödel, R.:
Frequenzanalyse von Schnarchgeräuschen bei Schlafapnoesyndrom. Vortrag bei der 70. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, 12.-15. Mai 1999, Aachen.