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(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)
Das glottische Kehlkopfkarzinom ist eines der häufigsten Tumoren im Kopf-Hals-Bereich. Therapeutisch stehen chirurgische und strahlentherapeutische Behandlungskonzepte in Abhängigkeit von der Tumorausdehnung zur Verfügung. Anerkanntermaßen stellt die operative Tumorresektion früher Fälle im Rahmen einer Mikrolaryngoskopie die Behandlung der ersten Wahl dar. Seit Anfang der Achtziger Jahre wird das mikrochirurgische Standard-Instrumentarium durch den Laser ergänzt. Im Zuge einer zunehmenden Hinwendung zu organ-und funktionserhaltenden Operationsstrategien hat das laserchirurgische Vorgehen eine lndikationserweiterung ermöglicht. Vor diesem Hintergrund wurden die laserchirurgischen Behandlungsergebnisse bei frühen Kehlkopfkarzinomen der Klassifikation Tl und T2 sowie bei fortgeschrittenen Tumoren der Klassifikation T3 und T4 nachuntersucht. In einem Beobachtungszeitraum von 12 Jahren wurden von 362 Larynxkarzinomen 211 Patienten laserchirurgisch behandelt. Männer und Frauen standen in einem Verhältnis von 9 : 1, das mittlere Lebensalter lag bei Therapiebeginn durchschnittlich bei 61,6 Jahren.
Die lokale Tumorausdehnung der glottischen Karzinome ergab in 130 Fällen eine Tl-Klassifikation mit einem Verhältnis Tla : Tlb von 5 : 1. T2-Tumoren fanden sich 39mal, T3 27mal und T4 15mal. Das Behandlungskonzept sieht eine kurative laserchirurgische in sano Resektion des Tumors vor, der mindestens drei Mikrolaryngoskopien mit jeweils negativer Biopsie im Abstand von 4 bis 6 Wochen folgen. Diese Kondition wurde in 183 Fällen erfüllt.
In der Gruppe der frühen Karzinome (T1/T2) mit 160 Patienten entwickelten 6,8% (11/160 Patienten) durchschnittlich 32 Monate nach abgeschlossener Primärtherapie ein lokales Tumorrezidiv. Bei den fortgeschrittenen Karzinomen (T3/T4) mit 23 Patienten waren es 17,3% (4/23 Patienten) nach 10 Monaten. Therapeutisch konnten die Rezidive der frühen T-Klassifikation überwiegend laserchirurgisch beseitigt werden, 2 Patienten wurden laryngektomiert, 1 hat die Behandlung abgelehnt und ist verstorben. 6 der 11 Rezidive mussten höher klassifiziert werden. Die Rezidive fortgeschrittener Karzinome wurden bis auf eine Ausnahme bestrahlt. Jeweils zwei Patienten wurden von extern operiert bzw. lehnten weitere operative Maßnahmen ab.
Die Analyse der endolaryngealen Tumorlokalisation zeigt für die Primärtumoren eine Akzentuierung der Bereiche "gesamte Stimmlippe" (50,0% der Tumoren) und "vordere Kommissur" (40,1% der Tumoren). 55,5% der Tumorrezidive sind bei Tl-Tumoren an der vorderen Kommissur lokalisiert, bei T2-Tumoren sogar alle. Die vordere Kommissur ist Prädilektionsort für das glottische Tumorrezidiv und onkologischer locus minoris resistentiae des Endotarynx. Sie bedarf daher im Verlauf der Tumornachsorge besonderer Kontrolle, was in der Regel nur mikroskopisch möglich mit klarer Aussage möglich ist. Insbesonders ist auf Granulationsbildung auch und vor allem knapp oberhalb der vorderen Kommissur zu achten, da sich ein Tumorrezidiv nicht selten hinter solchen Befunden verbirgt.
Konklusion: Im Einklang mit dem Schrifttum zeigt sich die endoskopische laserchirurgische Therapie früher Kehlkopfkarzinome (Ti und T2) anderen chirurgischen Verfahren zumindest ebenbürtig. Aber auch bei fortgeschrittener Tumorausdehnung (T3 und T4) ist die Laserresektion im Hinblick auf einen Organerhalt mit Funktionsschonung wertvoll. Für Tumorrezidive stehen ohne erkennbare Senkung der Gesamtprognose durch Kombinationsbehandlung herkömmliche Operationsverfahren zur Verfügung.