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(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)
Ein erhöhter arteheller CO2-Partialdruck führt zu Latenzzeitverlängerungen der frühen akustisch evozierten Potentiale, sowohl der zentral als auch peripher generierten Wellen (1). Eine Latenzzeitverlängerung des Summenaktionspotentials des N. cochlearis (Welle 1) bei erhöhtem arteriellem CO2-Partialdruck kann sowohl als Zeichen einer Innenohrschädigung als auch einer verminderten Nervenleitungsgeschwindigkeit (proximal des Ganglion spirale) gedeutet werden, da CO2 an neuralen Strukturen zu Laufzeitverzögerungen führt. Die Interpretation von Messergebnissen der frühen akustisch evozierten Potentiale zur Abklärung retrocochleärer Hörstörungen kann daher bei Patienten mit respiratorischer Insuffizienz unter Hyperkapnie problematisch sein. Da mit Hilfe der 3-dimensionalen Darstellung transitorisch evozierter otoakustischer Emissionen ein Einblick in den Funktionsablauf der Hörschnecke möglich ist (2), bietet sich die Messung transitorisch evozierter otoakustischer Emissionen an, um eine Funktionseinschränkung des lnnenohres bei erhöhtem arteriellem CO2-Partialdruck aufzudecken.
Zur Überprüfung der cochleären Funktion bei artefizieller Hyperkapnie wurden erstmals bei 15 normalhörenden Probanden die transitorisch evozierten otoakustischen Emissionen vor, während und nach lnhalation eines Gasgemisches aus 7% C02, 20% 02 und 73% N2 für genau 5 Minuten wiederholt gemessen (3). Mittels gleichzeitig durchgeführten kapillären Blutgasanalysen wurde eine Hyperkapnie mit einer durchschnittlichen CO2-Spannung von 53 mm Hg dokumentiert. Es zeigt sich, dass sich die otoakustischen Emissionen im hyperkapnischen Zustand hinsichtlich Reproduzierbarkeit und Frequenzgehalt nicht vom Normalzustand unterscheiden. Die Amplituden der otoakustischen Emissionen im hyperkapnischen Zustand verringern sich zwar tendenziell im Vergleich zum Normalzustand, eine statistische Signifikanz wird nicht erreicht. In der 3-dimensionalen Darstellung zeigen sich allerdings während des hyperkapnischen Zustandes in einigen Fällen Verschiebungen der Maxima zu höheren Frequenzen, die jedoch im Vergleich des Normalzustandes nicht signifikant sind. Zusammenfassend läßt sich feststellen, dass erhöhte artefizielle CO-Spannungen bis zu 53 mm Hg bei Normalhörenden nicht zu Änderungen der transitohsch evozierten otoakustischen Emissionen führen und somit Veränderungen des cochleären Funktionszustandes in entsprechenden Zuständen einer Hyperkapnie nicht anzunehmen sind.