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(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)
Nach akustischer Stimulation senden die äußeren Haarzellen durch ihre myogenen Aktivitäten otoakustische Emissionen aus. Diese können als vorübergehende Schallaussendungen im äußeren Gehörgang messtechnisch erfasst werden. Dies ist im Prinzip unmittelbar post partum möglich, wenngleich typische Phänomene (z.B. hohe Amplituden) in der postpartalen Zeit berücksichtigt werden müssen. Die Ableitung der otoakustischen Emissionen setzt eine exakte Mittelohrdiagnostik durch ohrmikroskopische Untersuchung und Tympanometrie voraus, da Mittelohrveränderungen falsche Messresultate bedingen können (1). Unter der Voraussetzung intakter Mittelohrfunktion ist mit dieser Methode eine objektive Beurteilung des Innenohrzustandes möglich. Insbesondere durch die im Vergleich zur ERA schnelle Durchführung der Messung (etwa 15 min) bietet sich eine routinemäßige Erfassung der otoakustischen Emissionen an. Für die kindlichen Hörprüfungen stellt die Messung otoakustischer Emissionen neben der Tympanometrie und der ERA heute ein wichtiges Verfahren dar, mit dem bereits postnatal Auskunft über den Funktionszustand der Cochlea gewonnen werden kann.
Durch eigens entwickelte spezielle computergestützte Weiterverarbeitung der registrierten Emissionen ergeben sich weitere Einblicke in die Physiologie und Pathophysiologie der Cochlea (2). Erste Erfahrungen zeigen, dass die otoakustischen Emissionen bei 3-dimensionaler Darstellung deutliche Veränderungen auch bei geringgradigen Hörstörungen aufweisen. Es liegen weiterhin erstmals Hinweise vor, dass sich möglicherweise auch der Tinnitus in 3D-Darstellungen der otoakustischen Emissionen erfassen läßt. Hierzu sind aber noch weitergehende Untersuchungen nötig.