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(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)
Der N. Facialis findet sich im gesamten Gesichtsweichteilmantel in einer topographischen Schicht und inseriert in die oberflächlichen Muskeln von der Muskeloberfläche. Werden die gesamten Weichteilschichten im Gesicht auf der tiefen mimischen Muskulatur liegend von medial nach lateral präpariert, so kann der N. Facialis geschont werden.
Die tiefste Schicht der mimischen Muskulatur wird von den Mm. orbicularis oculi et procerus (jeweils Pars profunda) M. temporoparietalis, M. corrugator supercilii, M. depressor supercilii (medialer Teil), M. nasalis, M. levator labii superioris (medialer Teil), M. levator anguli oris, M. orbicularis oris (Pars profunda), M. buccinator, M. mentalis (Pars superior), M. depressor labii inferioris (Pars inferior) gebildet. Bei einer Präparation der Gesichtsweichteile müssen diese Muskeln zur Schonung des N. facialis von der Muskelunterseite mit den daraufliegenden Facialisästen und Weichteilstrukturen wie das Superficial Muscular Aponeurotic System (SMAS), Subkutis und Kutis, nach lateral geklappt werden. An den Stellen im Gesicht, an denen sich keine tiefen mimischen Muskeln befinden, verlaufen die Facialisäste im subaponeurotischen Gewebe unterhalb des SMAS und oberhalb der tiefen Gesichtsfaszie bzw. oberhalb des Periosts: infraorbital sowie in der Regio masseterica und der Regio zygomatica. In diesen Regionen müssen die Gesichtsweichteile streng epiperiostal präpariert werden.
Im Hinblick auf die spezielle Anatomie im Gesicht erweisen sich transfaciale, indirekte Zugänge als besonders günstig, den N. facialis intraoperativ zu schonen. An unserer Klinik wurden diese anatomischen Gegebenheiten genutzt, durch transfacialen Zugang in der Gesichtsmitte zur lateralen Schädelbasis insbesondere zur Fossa infratemporalis facialisschonend zu gelangen (1,2,3). Das Vorgehen wurde als hemifacial degloving bezeichnet. Durch einen Schnitt in der Gesichtsmitte mit Aussparung der beiden Tarsalplatten können die tiefen mimischen Muskeln als Leitstrukturen auf dem Periost bzw. auf dem Septum orbitale leicht aufgesucht werden. Eine Traumatisierung des Nervs findet aufgrund seiner radiären Anordnung bei einem Schnitt in der Gesichtsmitte nicht statt. Der N. facialis kann bei der Präparation zur Freilegung des Gesichtsschädels (bis zur lateralen Schädelbasis) durch die proximal gelegenen Weichteilschichten, insbesondere die tief gelegenen mimischen Muskeln geschont werden. Die Gesichtsweichteile oberhalb der tiefen Gesichtsfaszie können nach lateral präpariert und geklappt werden.Es bietet sich danach ein übersichtliches Operationsfeld im Bereich der seitlichen bzw. infratemporalen Schädelbasis (4).