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(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)
Die Einführung der Lasertechnologie hat die operative Behandlung der laryngotrachealen Papillomatose günstig beeinflusst. Seitdem eine virale Ätiologie der laryngotrachealen Papillomatose (HPV 6 und 1 1) sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter als gesichert gilt, ist die Wirksamkeit einer adjuvanten Behandlung mit systemisch appliziertem Interferon (IFN) neben der chirurgischen Therapie mehrfach belegt worden. Eine Persistenz viraler DNA nach Papillomabtragung wird für die Rezidivfreudigkeit dieser gutartigen Geschwülste diskutiert.
In den letzten vier Jahren wurden in unserer Klinik 10 Patienten mit multiplen Manifestationen einer laryngotrachealen Papillomatose nach laserchirurgischer Papillomabtragung zusätzlich mit interstitiell in die Koagulationszone injiziertem a-2a-IFN (Roferon ( R), 3 Mio. IE) behandelt. Es handelte sich um 5 Kinder und 5 Erwachsene mit einem mittleren Lebensalter von 4,8 bzw. 40 Jahren. Während alle Kinder zur Primärtherapie anstanden, waren die Erwachsenen vorbehandelt. Die klinische Symptomatik bei Therapiebeginn war bei den Kindern ausgeprägter. Ein Kind kam tracheotomiert zur Behandlung. Histologisch waren Atypien und Dysplasien bei den Erwachsenen, entzündliche Veränderungen bei den Kindern häufiger.
Die durchschnittliche Behandlungsdauer liegt gegenwärtig bei 23 Monaten. Pro Patient fanden 8 laserchirurgische Sitzungen mit oder ohne Papillomnachweis statt, was einem dreimonatigem Behandlungsintervall entspricht. Jedes Kind erhielt durchschnittlich 5 IFN-Injektionen bei insgesamt 20 Anwendungen, also etwa bei jeder zweiten Sitzung. Bei den Erwachsenen erhielt jeder Patient durchschnittlich 2 Injektionen. Bis auf grippeähnliche Symptome wurden nach der lokalen IFN-Applikation keinerlei Nebenwirkungen beobachtet. In allen Fällen sprach die Behandlung an. Bei 5 Patienten konnte die Behandlung nach vierjähriger Tumorfreiheit inzwischen beendet werden. Bei 1 Patienten mit exzessivem Befall der gesamten oberen Luft- und Speisewege wurde eine partielle Remission erreicht und die Krankheit mit 11 IFN-Injektionen in 17 operativen Sitzungen über jetzt 20 Monate kontrolliert. 1 Erwachsener und 2 Kinder mit kompletter Remission sind nach der Primärtherapie 8 bzw. 7 Monate tumorfrei. 1 Kind entwickelte nach kompletter Remission über 10 Monate mit regelmäßigen IFN-Applikationen ein Rezidiv, nachdem es über 8 Monate nicht mehr zur Kontrolle gekommen war. Nach Wiederaufnahme der Therapie ist es jetzt über 9 Monate tumorfrei.
Nach den vorliegenden Ergebnissen ist gegenwärtig die Kombination von Laserchirurgie und -IFN die Therapie der Wahl bei laryngotrachealen Papillomatosen. Da bei intramuskulärer systemischer Dauermedikation zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können, steht mit der adjuvanten intraläsionalen IFN-Injektion darüberhinaus eine effektive und komplikationsarme Bereicherung der therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung.