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Klinisch-Praktische Informationen 4, 12 (1996)

Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke der Universität Bonn
Bonn-Venusberg

(Direktor Prof. Dr. C. Herberhold)

Positronen-Emissions-Tomographie bei der Diagnostik von Kopf-Hals-Tumoren

Sonographie, Computer-und Kernspintomographie haben sich unter anderem bei der prätherapeutischen Diagnostik von Kopf-Hals-Tumoren bewährt. Demgegenüber ist die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) für die Diagnostik dieser Tumoren ein noch junges Verfahren. Dieses stellt alternativ zu den die Morphologie beschreibenden bildgebenden Verfahren eine nicht invasive Untersuchungstechnik zur in vivo Erfassung der Stoffwechselaktivität von verschiedenen Organen und Geweben dar. Die Sensitivität für injizierte Substanzen ist hierbei um den Faktor 1000 höher als in der CT oder MRT, das Auflösungsvermögen dagegen deutlich geringer. Wegen des nachgewiesenen gesteigerten Glukosestoffwechsels von maligenen Tumoren wird radioaktiv markierte Glukose appliziert und nach 45 Minuten die Aktivitätsanreicherung gemessen. Neben der pathologisch gesteigerten Stoffwechselaktivität von Glukose in der interessierenden Körperregion zeigen sich physiologischerweise erhöhte Aktivitäten im Bereich des Hirns und des Herzens bei einem hohen Glukosestoffwechsel und im Bereich von Niere und Blase wegen deren nahen Ausscheidung.

Bei nun mehr 139 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren unterschiedlicher Lokalisation und Dignität haben wir bisher die PET-Untersuchungen in dem angegebenen Verfahren durchgeführt und den etablierten bildgebenden Verfahren gegenübergestellt. Neben der Dokumentation der Stoffwechselaktivitätsanreicherung in den einzelnen Schnittebenen wurde eine zusätzliche Farbkodierung der coronaren, transaxialen und sagitalen Schichten vorgenommen, mit der die pathologischen Aktivitätssteigerungen noch besser zur Darstellung kommen. Eine quantitative Auswertung der Glukosestoffwechselaktivität erhöht zusätzlich die Aussagefähigkeit und damit die Möglichkeit der Differenzierung zwischen gutartigen Veränderungen und malignen Raumforderungen. Die von uns durchgeführten Untersuchungen lassen derzeit folgende Aussagen zu:

  1. eine vergleichsweise auffallende Aktivitätssteigerung im Bereich von Tumoren des Kopf-Hals-Bereiches kann dargestellt werden;
  2. bei klinisch nicht nachweisbarem Primärtumor ist eine Identifikation durch gesteigerten lokalen Stoffwechselnachweis möglich;
  3. eine Unterscheidung zwischen Malignom und gutartigem Tumor kann getroffen werden;
  4. eine Differenzierung zwischen Tumorgewebe und entzündlich verändertem Gewebe bzw. bei vorbehandelten Patienten eine Differenzierung zwischen Tumorgewebe und Fibrose durch die PET ist möglich;
Straehler-Pohl H.-J., H. Bender, W. Gieselmann:
Positronen-Emissions-Tomographie bei der Diagnostik von Kopf-Hals-Tumoren. 67. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf-und Hals-Chirurgie, Aachen, 18.-22.5.1996.