Schnarchen wird zwar häufig belächelt, stellt aber neben einer Geräuschbelästigung für andere, für den Schnarcher selbst ein Alarmsignal dar. Denn Schnarchen ist nicht immer harmlos sondern wird als Leitsymptom des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms angesehen. Etwa 50% der männlichen Bevölkerung schnarchen. Regelmässiges Schnarchen ist eine Form der schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS), zu denen auch das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) gezählt wird. Habituelles Schnarchen, obstruktives Schnarchen und obstruktive Schlafapnoe werden als unterschiedlich stark ausgeprägte Formen von SBAS angesehen.
Hierbei kommt es im Schlaf gehäuft zu partiellen bis zu kompletten Obstruktionen der oberen Atemwege. Während partielle Obstruktionen und das obstruktive Schnarchen zu einer erhöhten Atemanstrengung führen stellt der Atemstillstand bei einer kompletten Obstruktionen und der daraus resultierende Sauerstoffmangel eine vitale Bedrohung dar.
Sowohl durch die erhöhte Atemanstrenung als auch durch die Suerstoffentsättigung werden Aufwachreaktionen ausgelöst. Die dadurch gestörte Schlafarchitektur ohne ausreichende Tiefschlafphasen führen schliesslich zu einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit mit starker Einschlafneigung.
Die zur Diagnose von SBAS routinemässig durchgeführte kardiorespiratorische Polygraphie bzw. Polysomnographie erlaubt eine Aussage über Anzahl und Ausmass der Atemstörungen, gibt aber keinen Aufschluss über die Lage von aufgetretenen Obstruktionen. Hierzu stehen bislang nur invasive oder den Patienten belastende Untersuchungen zur Verfügung, die grösstenteils im Wachzustand durchgeführt werden und nur begrenzte Aussagekraft besitzen. Im Rahmen der Therapie von SBAS stehen neben konservativen Methoden technische Hilfsmittel und operative Therapien zur Verfügung. Die Auswahl insbesondere unter den operativen Therapieformen richtet sich vor allem nach der Kenntnis des Kollapsortes. Da Schnarchgeräusche am Ort eines inkompletten Kollapses bzw. bei Öffnung eines kompletten Kollpases entstehen, bietet die Analyse der Schnarchgeräusche eine Möglichkeit der nichtinvasiven Topodiagnostik.
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Systems zur nichtinvasiven Registrierung und automatischen Klassifikation der Schnarchgeräusche bezüglich ihres Entstehungsortes. Dabei soll die Analyse der Schnarchgeräusche durch Simulationen in einem mathematischen und in physikalischen Modellen systematisch entwickelt und gestützt werden. Weiterhin soll die Möglichkeit geschaffen werden, den zeitlichen Zusammenhang der registrierten Schnarchgeräusche mit den kardiorespiratorischen Messergebnissen zu untersuchen. Für den klinischen Einsatz wird ein entsprechendes Protokoll entwickelt.
| Kollapsort | Nasenatmung | Mundatmung | ||||||||
| Velum | ![]()
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| Velum/Zungengrund | ![]()
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| Hypopharynx | ![]()
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