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Kinderaudiometrie

Hörprüfungen bei Kleinkindern sind auf Abschnitte der kindlichen Reifung abgestimmt:

Neugeborenenaudiometrie

Audiometriekabine für Kinder Da Neugeborene und Säuglinge noch nicht bewusst reagieren können, erfolgt die Hörprüfung durch Beobachtung von akustisch ausgelösten Reflexen . Geprüft wird mit Tönen oder Schmalbandrauschen im freien Schallfeld, oder mit einem auf den Schädelknochen aufgesetzten Knochenleitungshörer. Die reflektorischen Antworten bestehen in mimischen Reaktionen vor allem im Gesichts- und Augenbereich (akustiko-palpebraler Reflex) oder in Arm- und Bein-bewegungen (Moro-Reflex). Säuglingsaudiometrie

Nach dem 3. Lebensmonat reagieren Säuglinge durch unbewusste Reaktionen auf Schallreize in Form eines Orientierungsverhaltens (Kopf- und Augenbewegungen, Greifreaktionen) zur Schallquelle hin.

Kleinkinderaudiometrie

Ab etwa dem 1. bis 3. Lebensjahr reagieren Kinder durch bewusste Reaktionen auf Schallreize. Durch Konditionierung lassen sich die Hörschwellen bereits relativ genau ermitteln. Bei der Konditionierung erfolgt eine gleichzeitige Darbietung von akustischem und optischen Reiz, wobei im Verlauf der Untersuchung der optische Reiz schließlich unterbleibt. Das Kind stellt sich auf das bewusste Hören ein bzw. wird daraufhin trainiert. Ab ca. dem 4. Lebensjahr lässt sich mit Hilfe der Spielaudiometrie eine gesteigerte Aufmerksamkeit des Kindes erreichen, wobei die uninteresssante Hörprüfung mit einem interessanten Spielvorgang gekoppelt wird. Bei einer richtigen Reaktion auf einen akustischen Reiz erfolgt eine Belohnung durch spielerische Tätigkeit. Das Kind beginnt zu lauschen, wobei die Hörprüfung bereits mit Kopfhörern erfolgen kann. Der Übergang in den Bereich der konventionellen Audiometrie ist fließend. Eine sichere Hörschwellenbestimmung ist altersunabhängig mit Hilfe der Elektrischen Reaktions Audiometrie (ERA) möglich. Die Erfassung frühkindlicher Hörstörungen sollte spätestens nach Ablauf der ersten 6 Lebens­monate erfolgt sein. Bis zu einer gegebenenfalls notwendigen Therapie sollte möglichst nicht mehr Zeit vergehen, weil durch frühzeitige akustische Stimulation die Hörbahn besser reift.