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Spektrum
Tonaudiometrie
Bei der Tonaudiometrie werden die Hörschwellen im Frequenzbereich von 125 Hz bis 10 kHz bestimmt. Die Hörschwelle ist derjenige Schalldruck, der für eine bestimmte Frequenz einen gerade eben wahrnehmbaren Höreindruck bewirkt. Der Schalldruck wird in dB (Dezibel) gemessen, wobei 0 dB der Normhörschwelle entspricht (ein Gespräch wird mit ca. 60 dB geführt, ein Düsenflugzeug erzeugt in 100 m Entfernung 100 dB, die Schmerzschwelle liegt bei 120 dB). Als Prüfsignal werden reine Sinussignale verwendet, wobei die Erregung des Innenohres (Hörorgan) auf zwei verschiedenen Wegen erfolgen kann:
Luftleitung: der von einem Kopfhörer abgegebene Schall wird auf normalem Übertragungsweg vom Gehörgang zum Mittelohr (Trommelfell und Gehörknöchelchen) und anschließend weiter zum Innenohr (Hörschnecke) geleitet.
Knochenleitung: Schwingungen (Vibrationen) eines sogenannten Knochenleitungshörers erreichen durch Körperschall den Schädelknochen direkt, das heißt unter Umgehung des Mittelohres das Innenohr.
Die Hörschwellen werden in Abhängigkeit der dargebotenen Frequenz in einem Prüfdiagramm (Tonaudiogramm) eingetragen, aus dem der Hörverlust abgelesen werden kann. Im Normalfall verlaufen die Hörschwellen für Luft- und Knochenleitung gleichartig nahe der 0-dB-Linie, bei Störung der Mittelohrfunktion verlaufen Luft- und Knochenleitung getrennt voneinander. Bei reiner Innenohrschwerhörigkeit sind die Schwellen für Luft- und Knochenleitung gleichartig erhöht. Je größer der Abstand des Schwellenverlaufs zur 0-dB-Linie ist, desto größer ist der Hörverlust. Hörschwellenverlauf nahe 100 dB bedeutet praktisch Taubheit.

Tonaudiogramm eines Normalhörenden. Der ideale Normalhörende hätte bei allen Frequenzen eine Dämpfung von 0 db.

Tonaudiogramm eines Patienten mit Innenohrschwerhörigkeit. Hier verlaufen Luftleitung (untere Kurven) und Knochenleitung (Pfeil-Symbol) nahezu parallel.

Tonaudiogramm eines Patienten mit Mittelohrschwerhörigkeit:
Bei der Luftleitung tritt eine sehr viel stärkere
Dämpfung als bei der Knochenleitung auf.